|
F.H.: Auf die Frage: „Wie macht man Gewichtheberwettkämpfe wieder
spannend“, scheint der Bundesverband Deutscher Gewichtheber nun endlich
die Lösung gefunden zu haben. Man nehme dem deutlich stärker besetzten
Team einfach die drei besten Heber weg und schon wird aus zwei an sich
eindeutig gewichteten Bundesliga- und Oberliga-Begegnungen ein offener
Kräfteabtausch. Was bei der „Ersten“ mit dem knappen 675,6 zu 668,8 Erfolg
gerade noch gut ging, führte bei der ebenfalls als Meisterschaftsfavorit
gehandelten „Zweiten“ durch das zwangsweise Aufrücken zweier Heber zu
einem schmerzlichen Fehlstart. Keiner kann den Gastgebern verdenken, dass
sie in diesem prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell die Gunst der Stunde
zu nutzen versuchten und hoch motiviert an die Hantel gingen. Sie boten
beim 457,0 zu 445,6 Erfolg einen engagierten und hochklassigen Wettkampf
mit vielen neuen Bestleistungen und lediglich einem Fehlversuch. Damit
schufen sie die Voraussetzung, dass sie letztendlich – und sicherlich
nicht unverdient - als Sieger aus dieser Begegnung hervorgingen.
Unabhängig davon ändert das aber nichts an der Tatsache, dass aufgrund der
unverständlichen Lehrgangsmaßnahme des Bundesverbandes den Germanen eine
klare Wettkampfverzerrung Das Germanen-Team stemmte sich bis zum Schluss vehement gegen die drohende Niederlage. Die erste Gruppe war mit Adrian Müller, Patrick Ehrmann und Karsten Kluge besetzt. Ihr kam im Reißen die Aufgabe zu, mit möglichst vielen gültigen Versuchen, den Kontakt zu den Heinsheimern nicht abreißen zu lassen. Der 14-jährige Adrian Müller egalisierte mit 53 kg seine Reißbestleistung, Patrick Ehrmann bezwang ohne Fehlversuch 83 kg und der eigentlich sportlich schon abgetretene Karsten Kluge brachte 100 kg in die Wertung. Sie konnte aber nicht verhindern, dass sich die Gastgeber einen kleinen Vorsprung von 13,5 Punkten erarbeiten konnten. Die 2. Gruppe mit Daniel Pischzan, Kevin Ockert und Matthäus Hofmann war nun gefordert, hier möglichst wieder Boden gutzumachen. Kevin Ockert gab mit bezwungenen 103 kg die Vorgabe, der 15-jährige Matthäus Hofmann zog mit ausgezeichneten 112 kg nach und Routinier Daniel Pischzan setzte mit 125 kg den Schlusspunkt, sodass sich die TSV-Führung nach dem Reißen auf 4,3 Punkte reduzierte. Im Stoßen dann ein ähnliches Bild. Adrian Müller schraubte seinen persönlichen Rekord auf 70 kg, sodass für ihn 67,0 Relativpunkte zu Buche standen. Patrick Ehrmann stand dem nicht nach und trug aufgrund seiner 103 kg im Stoßen 65,0 Punkte zum Gesamtergebnis bei. Karsten Kluge, der aufgrund der prekären Situation die Mannschaft unterstützte, verzeichnete nach gelungenen 110 kg leider zwei ungültige Versuche, erfüllte aber mit 71,0 Punkten alle Erwartungen. Dem fehlerfrei arbeitenden Gegner gelang es trotzdem, die Führung wieder auszubauen. Somit startete die 2. Gruppe mit einem Rückstand von 24 Punkten in den Finaldurchgang. Kevin Ockert hielt mit gelungenen 133 kg gleich 74,6 Punkten die Hoffnung aufrecht. Matthäus Hofmann nährte diese aufgrund seiner 133 kg im Stoßen (Einstellung seines persönlichen Rekords) und 97,0 Relativpunkten weiter. Da sich der Gegner ebenfalls keine Blöße gab, wurde Urgestein Daniel Pischzan nach bezwungenen 150 kg im letzten Versuch der Veranstaltung an 162 kg gezwungen, um dem Kampf doch noch die entscheidende Wende zu geben. Unter großer Anfeuerung der zahlreich angereisten Obrigheimer Fans versuchte Daniel das schier Unmögliche, doch alle Anstrengung war umsonst und das Gewicht fiel unter dem verständlichen Jubel der Gastgeber unfixiert zu Boden. Seine 71,0 Relativpunkte führten zu einem Obrigheimer Gesamtergebnis von 445,6 Punkten. Dem gegenüber stand für den Gastgeber der neue Mannschaftsrekord von 457,0 Punkten. Bester in Reihen der sehr gleichmäßig besetzten Heinsheimer war Lars Wittmann mit 81,0 Punkten, gefolgt von Erik Kübler (81,0), Kevin Kübler (77,0), Daniel Ehemann (73,0), Ralf Fein (71,0) und Tobias Krauter (69,0). Die Germanen-Reserve trifft bereits am kommenden Samstag in heimischer Halle auf den SV Flözligen und hat damit einen weiteren Meisterschaftsfavoriten zu Gast. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage in Heinsheim kann man sich im Hinblick auf die Meisterschaft keinen weiteren Ausrutscher mehr leisten. Allerdings dürften für diese Begegnung die Voraussetzungen wesentlich günstiger stehen, denn aller Voraussicht nach werden Carsten Diemer und Thorsten Hauß zurück ins Team rücken. Zudem steht auch Andre Hemmann wieder zur Verfügung, sodass mit folgender Aufstellung zu rechnen ist: Carsten Diemer, Thorsten Hauß, Daniel Pischzan, Kevin Ockert, Matthäus Hofmann und Andre Hemmann oder Patrick Ehrmann. Im Vorkampf um 17 Uhr trifft die 3. Mannschaft des SV Germ. Obrigheim im Rahmen der Landesliga auf den KSV Mannheim. Dem Traditionsklub aus der Quadratestadt dürfte dabei die Favoritenrolle zukommen. Für den Gastgeber werden voraussichtlich an die Hantel gehen: Andre Hemmann oder Patrick Ehrmann, Ralf Eicher, Kai Waldenberger, Matthias Trummer, Carolin Kretz und Philipp Hülser. |
Bilder: