Nico Müller EM-Achter

Der Obrigheimer überzeugt mit zwei neuen deutschen Rekorden

 

F.H.: Aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen hatte sich Obrigheims derzeit größte Nachwuchshoffnung Nico Müller für die Jugend-Europameisterschaft der bis 17-jährigen qualifiziert. Bestens vorbereitet von seinem Trainer Oliver Caruso bestritt der 15 Jahre alte Ausnahmeathlet letzte Woche in Eilat (Israel) seinen bisher wichtigsten Wettkampf. Wie gut er in Form war, stellte er vor Ort mit zwei neuen deutschen Rekorden im Stoßen und Zweikampf unter Beweis. Dass international jedoch ein ganz anderer Wind weht, wurde ihm spätestens klar, als er die Meldelasten seiner Konkurrenten einsehen konnte. Das Niveau war seit der letzten EM vor einem Jahr dermaßen in die Höhe geschnellt, dass er seine im Vorfeld vielleicht insgeheim gehegten Medaillenträume recht schnell ad acta legen musste. Doch Medaillen sind nicht alles, wenn dagegen ein richtig guter Wettkampf und zwei neue deutsche Jugendrekorde stehen.

Nico stieg im Reißen mit 113 kg in den Wettkampf ein und steigerte dann auf 117 kg. Für seinen 3. Versuch ließ er darauf 120 kg auflegen, was neue persönliche Bestleistung und Einstellung des deutschen Rekords bedeutet hätte. Unter den Augen seines Trainers scheiterte er jedoch ganz knapp an dieser Last. Im Stoßen verlangte er für seinen Einstiegsversuch 141 kg, das waren nur 2 kg unter seiner persönlichen Bestmarke. Die Steigerung auf 145 kg bedeuteten bereits neuen deutschen Rekord in der Klasse bis 69 kg. Eine erneute Verbesserung auf 148 kg war dann doch zuviel. In Summe standen 262 kg im Zweikampf, womit der junge Obrigheimer den bestehenden deutschen Rekord um 2 kg verbesserte und sich bereits zum 4. Mal in seiner noch jungen Laufbahn in die Rekordlisten eintrug. Damit platzierte er sich im Endklassement einer äußerst stark besetzten Gewichtsklasse auf einem ausgezeichneten 8. Rang. Ihm bleibt die Gewissheit, bei seinem 2. EM-Einsatz leistungsmäßig absolut überzeugt zu haben und die Zuversicht, im nächsten Jahr, wo er nochmals startberechtigt wäre, seinen Medaillentraum vielleicht doch noch ausleben zu können.