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F.H.:
Die deutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend, ausgetragen im
pfälzischen Schifferstadt, brachten eine Leistungsdemonstration des
Obrigheimer Gewichthebernachwuchses. Vier Athleten hatten sich für die
Titelkämpfe qualifiziert und drei davon kehrten mit Titelehren zurück. Dazu
kam, obwohl nur mit vier anstatt der fünf möglichen Athleten in den
Wettbewerb gegangen, ein großartig herausgekämpfter Mannschaftserfolg. Nico
Müller glänzte mit einem neuen deutschen Rekord im Reißen und war mit 131
Relativpunkten nicht nur bester Heber des Jahrgangs 1993 sondern der
gesamten Veranstaltung. Matthäus Hofmann war mit ausgezeichneten 113 Punkten
die Nr. 1 des Jahrgangs 1994. Sozusagen als „Nebenprodukt“ erfüllten beide
die Teilnahmenorm für die Jugend-Europameisterschaft und werden somit mit
größter Wahrscheinlichkeit bei der nächsten EM in Spanien an den Start
gehen. Die
Meisterschaften nahmen bereits am Freitag mit den Wettbewerben der Mädchen
und den ersten Klassen der männlichen Jugend ihren Auftakt. Als erster
Obrigheimer Starter ging Kai Waldenberger an die Hantel. Er startete in der
A-Jugend Klasse bis 77 kg und belegte dabei den 4. Platz. Im Reißen gelang
ihm eine Verbesserung seines persönlichen Rekords auf 90 kg und im Stoßen
egalisierte er mit bezwungenen 110 kg seine Bestmarke. Sein
Zweikampfergebnis von 210 kg bedeutete ebenfalls neue Bestleistung. Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen des B-Jugendlichen Nico Müller, der in der Klasse bis 69 kg zum Einsatz kam. Mit dem neuen deutschen Rekord von 121 kg im Reißen und sehr guten 140 kg im Stoßen machte er seine Ausnahmestellung in diesem Altersbereich deutlich. Sein Rekordversuch an 146 kg scheiterte äußerst knapp. Nach gutem Umsatz und ordentlichem Ausstoß erwischte er die Hantel leider nicht ganz im Schwerpunkt und konnte sie deshalb nicht über dem Kopf fixieren. Am Ende stand ein Zweikampfergebnis von 261 kg, womit er lediglich 1 kg unter seinem eigenen deutschen Rekord blieb und souverän den Meistertitel in seiner Gewichtsklasse einfuhr. Die Hoffnungen in der nächsten Veranstaltung ruhten auf Matthäus Hofmann, der als Favorit der Klasse bis 77 kg den Wettkampf aufnahm. Eine kleine Schrecksekunde, als er aufgrund eines technischen Fehlers im 1. Versuch an seiner Anfangslast von 115 kg scheiterte. Im Wiederholungsversuch machte er diesen Lapsus jedoch wett und steigerte sich im 3. Versuch auf den neuen Bestwert von 120 kg. Im Stoßen arbeitete er fehlerfrei und hatte zum Schluss 144 kg stehen, was einer Steigerung seiner Bestleistung um 9 kg gleich kam. Mit ausgezeichneten 264 kg im Zweikampf - seine bisherige Höchstlast lag bei 250 kg – stand auch er ganz oben auf dem Treppchen. Seinen bisher besten Wettkampf absolvierte Matthias Trummer in der Klasse bis 85 kg. Er sah sich einer Doppelbelastung ausgesetzt, da er zum einen im Kampf um den Einzeltitel stand und zum anderen den Sieg im Mannschaftswettbewerb vor Augen hatte. Mit 104 kg im Reißen verschaffte er sich im Rennen um den Titel einen kleinen Vorsprung gegenüber seiner Konkurrenz, den er mit 123 kg im 2. Stoßversuch (Zweikampf 227 kg) in die Goldmedaille umwandelte. Somit konnte er sich in seinem letzten Versuch ganz auf die Sicherung des Mannschaftserfolges konzentrieren. Ein äußerst schwieriges Unterfangen, denn dies machte eine Steigerung des Hantelgewichts um weitere 8 kg erforderlich. Auf der Hantel lagen somit 131 kg, eine Last, die 5 kg über seiner persönlichen Bestleistung lag und die der junge Athlet bisher noch niemals bezwungen hatte. Unter der Anfeuerung seiner Mannschaftskameraden, Betreuer und Fans gelang ihm ein super Umsatz, dem dann ein perfekter Ausstoß folgte. Damit hatte er sein Team mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,8 Punkten zum deutschen Mannschaftsmeister 2009 gemacht. Der SV Germ. Obrigheim kam in der Besetzung Nico Müller (131,0 Punkte), Matthäus Hofmann (113,0 Punkte), Matthias Trummer (76,8 Punkte) und Kai Waldenberger (49,0 Punkte) auf insgesamt 369,8 Punkte und gewann damit vor Roding (369,0), Flözlingen (316,6), Berlin (314,4), Dortmund-Mengede (289,0), Schifferstadt (242,0) und Lüchow (204,6). |